new music coming soon

lenageue_yeldayilmaz

Spring is finally here, and a lot of very exciting things are happening. For almost two years, me and my friends worked on my first EP, which is going to be released at the end of April via Bandcamp. A lot of people were involved in this project, and without their energy and spirit it would have never become what it is now.

I am really looking forward to playing the music live this summer and upcoming fall and hope that I can travel a lot to show it around.

The picture above was taken by my friend Yelda Yilmaz.

 

new trailer for “Sladek oder die schwarze Armee”

in this new trailer by Martina Lenzin you can sense the spirit of the play “Sladek oder die schwarze Armee” by Horvath.

Written almost a hundred years ago and taking place between world wars one and two,  the play is deeply moving because it makes us realize that times didn’t change a bit up until now although we claim to live in peace and wealth nowadays here in Europe. The main character Sladek doesn’t believe in a better future, he doesn’t believe in peace and he feels that a world of war follows natural orders. Still searching for an ideology to follow, he tries to be accepted as a member by the “Schwarze Armee”, a gang of highly brutal mercenary soldiers.

All characters, be they communist, nazi or “normal” citizens, turn out to be either evil, ignorant or just ineffective.  They stay in their positions and get carried away by history, not being able to act consciously.

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Sladek: “Ich glaub eigentlich nicht, daß es eine Zukunft gibt.”

“Die ideale Einrichtung der Welt erfordert im ersten Schritt immer die Zerstörung eigensinniger Sozialverhätnisse. Und womöglich sollte man seine Aufmerksamkeit genau auf solche Zerstörungsprozesse richten, wenn man um das Abdriften menschlicher Gesellschaften in antisoziale, gegenmenschliche Richtungen besorgt ist. Und wahrscheinlich ist man zu romantisch, wenn man davon ausgeht, so etwas geschehe immer in Kopie historischer Vorläufer. Es könnte viel mehr sein, dass der heutige Totalitarismus ausgerechnet im Gewand der Freiheit auftritt: in jedem Moment alles haben und sein zu können, was man haben und sein zu wollen glaubt.” (Harald Welzer – Selbst denken)

Vom Schlachtfeld bis zum Rummelplatz ist es ein langer Weg, auf dem viel Blut vergossen wird. Einen “Entwurzelten”nennt Horváth ihn, einen “Prototyp des Mitläufers”. Sladek oder die schwarze Armee handelt von Einem, der zwischen Krise und verzweifelter Hoffnung seinen Weg machen will, immer auf der Suche nach einer Ideologie, die ihn doch zu tragen im Stande wäre, in eine bessere Welt, mit besseren Gesetzen. Dabei verstrickt sich Sladek in die Wirren der Weltanschauung, wird zwischen ihnen zerrieben und sucht in den anderen, da er sich selbst nicht mehr kennt, Menschen die ihn erkennen.

Sladek: Hauptmann!
Knorke: Was ist das?!
Sladek: Ich.
Knorke: Was heißt das: »Ich«?
Sladek: Ich.

Sladek oder die schwarze Armee erzählt neben der Orientierungslosigkeit Einzelner in politisch aussichtslosen Phasen vom Kampf der Männer um Macht. Die Figuren die Horváth beschreibt oszillieren zwischen klarer ideologischer Positionierung und geistigem Nomadentum. Ihre Utopien bleiben Fantasiegespinste, von (tragfähigen) Ideologien nicht weit entfernt und doch nicht geeignet als solche umgesetzt zu werden. Sie zerfallen, statt eine klare Linie zu bilden, zu stotternden Parolen, Schnipseln und Fragmenten. Die Handelnden stellen sich als Pazifisten und Militaristen gegeneinander, sind aber nicht in der Lage die Verhältnisse untereinander zu verschieben. So sind sie gezwungen ihre Ähnlichkeit in ihrer Unterschiedlichkeit zu erkennen: “Ganz zu guter Letzt ist das ja gar kein Betrug, denn es dreht sich ja eigentlich nicht darum, wie es der Menschheit tatsächlich ergeht, sondern was sich der einzelne Mensch einbildet. Wir verstehen uns.”
Alle Figuren und mit ihnen die archetypisch dargestellten politischen Richtungen, entlarven sich entweder durch ihre Bosheit, Dummheit oder Wirkungslosigkeit. Sie verharren ohne etwas zu bewegen und werden dabei von der Historie unbarmherzig mitgerissen.

Sladek: “Es geht nämlich alles nach einem bestimmten Gesetz, das ist traurig. Ich hab mal gedacht, daß, wenn kein Gesetz wär, wär das ganze Leben sinnlos, aber es ist trotzdem sinnlos, das ist nämlich ein schlechtes Gesetz.”